Polierte Platte bei Münzen erkennen
Der Wert einer Münze hängt neben dem Gold- oder Silbergehalt und ihrem Sammlerwert auch von ihrer Qualität ab: Wie die Münze hergestellt wird, prägt bereits im wahrsten Sinne des Wortes ihren Preis. Die höchste Prägequalität – die „Polierte Platte“ – können Sie sogar optisch erkennen. Wir beantworten die häufigsten Fragen rund um Polierte-Platte-Münzen und ihren Wert.
Was bedeutet die Prägequalität „Polierte Platte“ bei Münzen?
Münzen der Prägequalität „Polierte Platte“ sind in der Herstellung besonders aufwändig. Schon das Prägewerkzeug muss noch höhere Qualitätsstandards erfüllen, als es ohnehin bei der Münzprägung üblich ist.
Die höchste Prägequalität wird auch als „Polierte Platte/ Proof“ bezeichnet und mit „PP“ abgekürzt. Sie steht für einen sichtbaren Qualitätsunterschied, der den Wert der Münze steigert. Dabei gibt es Polierte-Platte-Münzen aus Silber und aus Gold.
Wie erkenne ich Polierte Platte bei Münzen?
Optisch heben sich PP-Münzen im wahrsten Sinne des Wortes hervor. Die flachen Stellen im Hintergrund werden so poliert, dass sie wie ein Spiegel glänzen. Die erhabenen Motive sind dagegen mattiert oder halbmattiert, sodass sie besonders hervorstechen. Wie genau sich das von anderen Prägequalitäten unterscheidet, erklären wir Ihnen gleich noch.
Wenn Goldmünzen der höchsten Prägequalität direkt mit Licht angestrahlt werden, erscheint der Hintergrund oft dunkler. So werden die Motive der Münze noch mehr hervorgehoben. Im Übrigen erkennen Sie PP-Münzen auch daran, dass sie ausschließlich in Schutzverpackungen verkauft werden.
Ein besonders eindrucksvolles Beispiel für die Polierte Platte sind die 100-Euro-Goldmünzen der Serie „Magie des Goldes“:
Wie werden PP-Münzen hergestellt?
Die besondere Herstellung der Polierten Platte beginnt bereits beim Prägewerkzeug. Es durchläuft beispielsweise bei der Münze Österreich ganze zweiundzwanzig Arbeitsschritte, bevor es zum Einsatz kommt. Das macht die perfekte, spiegelglatte Fläche im Hintergrund überhaupt erst möglich.
Jede Gold- und Silbermünze wird anschließend einzeln geprüft und nur in Perfektion herausgegeben. Dabei werden sie besonders behutsam behandelt und einzeln händisch verpackt, um sämtliche Kratzer oder Makel auszuschließen. Genau das ist mit der „höchsten Prägequalität“ gemeint!
Wie unterscheidet sich Polierte Platte von Stempelglanz, Spiegelglanz & Co?
Viele Anleger fragen sich, wo genau der Unterschied zwischen der Polierten Platte und Stempelglanz, Spiegelglanz oder handgehobenen Münzen liegt. Die folgende Tabelle erklärt die wichtigsten Merkmale, angefangen bei der „Normalprägung“ der Münze Österreich als Vergleichswert, die etwa in Deutschland auch als Stempelglanz bekannt ist.
|
|
Prägequalität |
Herstellung |
Merkmale |
|
Normalprägung/ Stempelglanz |
Normale Qualität |
Der Standard der Münzprägung erlaubt die Herstellung einer großen Stückzahl in kurzer Zeit – aber dennoch mit hohen Qualitätsstandards. |
Normalprägungen oder Stempelglanz-Münzen haben meist eine eher matte Oberfläche. Im Vergleich sind sie etwas weniger empfindlich. |
|
Handgehoben/ Spiegelglanz |
Hohe Qualität |
Diese Münzen werden mit einem neuen, polierten Stempel gefertigt. Dann werden sie einzeln geprüft und sorgfältig per Hand verpackt. |
Handgehobene Münzen oder Spiegelglanz-Münzen werden immer in Kapseln oder Folien verkauft, ihr Prägeglanz bleibt vollständig erhalten. |
|
Polierte Platte/ Proof |
Höchste Qualität |
Das Prägewerkzeug wird hier besonders sorgfältig vorbereitet. Auch die Münze selbst wird poliert, einzeln geprüft und nur perfekt herausgegeben. |
Die polierte Platte hat eine besonders glänzende Grundfläche, während Motive matt hervorgehoben sind. PP-Münzen sind makellos und immer einzeln verpackt. |
Besonders gut zu erkennen ist der Unterschied bei den 10-Euro-Münzen der Serie „Mit der Sprache der Blume“: Diese Silbermünzen gibt es in der Münzqualität „handgehoben“ und als Polierte Platte. Dabei sind die PP-Münzen sogar teilweise eingefärbt, was ihnen einen zusätzlichen Sammlerwert verleiht:
Wie sollte man Polierte-Platte-Münzen reinigen und lagern?
Eine weitere häufige Frage ist, wie Sie Münzen der Prägequalität „Polierte Platte“ reinigen sollten. Die wichtige Antwort lautet: gar nicht! Reinigen Sie PP-Münzen niemals, denn selbst ein sanftes Mikrofasertuch kann den spiegelnden Hintergrund der Münze beschädigen und sogenannte Haarlinien hinterlassen. Im Idealfall werden Polierte-Platte-Münzen überhaupt nicht berührt.
Neben der Prägequalität wird die Münzqualität auch vom Erhaltungsgrad beeinflusst: Wie oft die Münze im Umlauf war und welche Spuren das hinterlassen hat, bestimmt ihren Wert maßgeblich mit. Am besten nehmen Sie PP-Münzen nie aus ihrer Schutzverpackung – so behalten sie die höchste Qualität und damit auch den größtmöglichen Wert!
Damit Sie gar nicht in Versuchung geraten und Ihre Münzen gleichzeitig sicher verwahrt sind, kann sich ein Bankschließfach lohnen. In unserem mysafe im 1. Bezirk in Wien sind Ihre Silber- und Goldmünzen bestens aufgehoben und sicher vor äußeren Einflüssen.
Was sind Münzen mit der Prägequalität Polierte Platte wert?
Die höchste Prägequalität bedeutet einen besonders großen Aufwand und ein besonders schönes Ergebnis. Dementsprechend ist auch ihr Wert besonders hoch. Für die Polierte Platte bezahlen Sie beim Goldkauf also einen kleinen Aufpreis. Der Gold- und Silberanteil ist und bleibt aber der größte Faktor, wenn es um den Wert einer Anlagemünze geht.
Viele greifen zu PP-Münzen in der Hoffnung, dass diese Münzen als Sammlermünzen ihren Wert über die nächsten Jahrzehnte deutlich steigern. Das kann natürlich niemand garantieren, doch Sie können Ihren Teil beitragen, indem Sie diese Münzen besonders sorgfältig behandeln. Denken Sie immer an den Erhaltungsgrad: Auch wenn die Versuchung groß ist, die Münze aus der Verpackung zu nehmen!
Sollte ich nur PP-Münzen kaufen?
So schön und besonders die Polierte Platte ist: Für Ihr Goldinvestment sollten Sie nicht ausschließlich auf PP-Münzen setzen. Sie sind eine wertvolle Ergänzung, um auf die Wertsteigerung von Sammlermünzen wie der „Magie des Goldes“-Serie zu hoffen.
Als Goldanlage sind jedoch Normalprägungen wie der Wiener Philharmoniker ideal: Auch diese Münze hat eine hohe Münzqualität, sie ist dabei weniger empfindlich und weltweit als Anlagemünze bekannt. Setzen Sie Ihr Gold-Portfolio also am besten aus Normalprägungen und handgehobenen Münzen mit höheren Prägequalitäten zusammen!
Entdecken Sie jetzt weitere Sammlermünzen der höchsten Prägequalität in unserem Gold-Shop: beispielsweise die 50-Euro-Goldmünzen oder die 25-Euro-Silbermünzen als Polierte Platte/ Proof! So ist Ihre Münzsammlung bald um ein paar glänzende Stücke reicher.